11.11.2025

Bundestag beschließt TI-Verschiebung – Anschluss der Hilfsmittelleistungserbringer erst ab 1. Oktober 2027

Der Deutsche Bundestag hat am 6. November 2025 den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege verabschiedet.

Damit steht nun fest:

  • Die gesetzlich vorgesehene Anbindung der Hilfsmittelleistungserbringer an die Telematikinfrastruktur (TI) wird auf den 1. Oktober 2027 verschoben.
  • Der ursprünglich vorgesehene elektronische Berufsausweis (eBA) ist nicht mehr verpflichtend.
  • Die SMC-B-Karte für Betriebe bleibt weiterhin verbindlich für den Anschluss an die TI.

Über die Rahmenbedingungen und die Möglichkeit einer freiwilligen Beantragung vom elektronischen Berufsausweis befinden wir uns, mit dem eVO-Pilotprojekt, derzeit in engem Austausch mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und weiteren beteiligten Partnern.

SpiOST: Digitalisierung darf jetzt nicht ins Stocken geraten

Aus Sicht des Spitzenverbandes für Orthopädie-Schuhtechnik ist die politische Entscheidung ein zweischneidiges Signal. Einerseits verschafft sie den Betrieben mehr Zeit zur technischen und organisatorischen Vorbereitung. Andererseits besteht die Gefahr, dass die dringend notwendige digitale Vernetzung der Leistungserbringer erneut an Dynamik verliert. Denn für die Orthopädie-Schuhtechnik bedeutet Digitalisierung vor allem: Entlastung in der Praxis, mehr Effizienz in der Versorgung und bessere Schnittstellen zu Ärztinnen, Ärzten und Krankenkassen.

eVO-Pilotprojekt gewinnt weiter an Bedeutung

Der SpiOST sieht in dem laufenden eVO-Pilotprojekt eine zentrale Grundlage für die zukünftige digitale Infrastruktur im Hilfsmittelbereich.
Das Projekt soll praxisnah erproben, wie elektronische Verordnungen (eVO) in der Orthopädie-Schuhtechnik umgesetzt werden können und welche Anforderungen Betriebe an eine sichere, anwenderfreundliche Lösung stellen.

„Nach dem Bundestagsbeschluss ist das eVO-Pilotprojekt wichtiger denn je, um die Weichen für einen reibungslosen Übergang zu stellen und die TI-Einführung fachgerecht vorzubereiten“, heißt es aus der Verbandsführung. „Die Orthopädie-Schuhtechnik wird sich aktiv einbringen, um gemeinsam mit den anderen Gesundheitshandwerken ein funktionierendes, praxistaugliches System zu schaffen.“

Ausblick: Nächster eVO-Talk am 5. März 2026

Um Mitglieder und Betriebe frühzeitig einzubinden und über aktuelle Entwicklungen zu informieren, lädt der SpiOST seine Mitglieder zum nächsten eVO-Talk des BIV-OT am 5. März 2026 ein.
Im Fokus stehen dort die neuesten Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt, die technischen Voraussetzungen für TI-Anschluss und eVO sowie Fragen zur freiwilligen Nutzung des eBA.

Fazit:
Mit der Verschiebung des TI-Anschlusses auf den 1. Oktober 2027 gewinnt die Branche Zeit, um digitale Prozesse sinnvoll und praxisnah zu gestalten. Der SpiOST wird diesen Zeitraum nutzen, um die Interessen der Orthopädie-Schuhtechnik aktiv zu vertreten, die Digitalisierung gezielt voranzutreiben und seine Mitglieder umfassend zu informieren.